rbf-icon-laendlicher-raum

Kreis Kleve geht voran

Die Landesfachstelle Regenbogenfamilien NRW lädt familiennahe Fachkräfte  aus dem Kreis Kleve zu zwei Auftaktveranstaltungen „Ausbau und Stärkung von Angeboten für Regenbogenfamilien im Kreis Kleve“ ein.

Termine der Auftaktveranstaltungen im Kreis Kleve

rbf-icon-laendlicher-raum

Schulung nördlicher Kreis Kleve:
wann: Montag, 12. Oktober 2026 von 9:30 – 16:30 Uhr
wo: Wasserburg Rindern, Kleve

Schulung südlicher Kreis Kleve:
wann: Dienstag, 13. Oktober 2026 von 9:30 – 16:30 Uhr
wo: Bürgerhaus Weeze

Inhalte, Ziele und Zielgruppen der Schulungen

Die Landesfachstelle Regenbogenfamilien NRW schult und sensibilisiert Mitarbeitende aus familiennahen Diensten, Verwaltung und Zivilgesellschaft, um Bedarfe von Regenbogenfamilien sichtbar zu machen, fachliche Kompetenzen zu stärken und konkrete Ansätze zur Weiterentwicklung der vorhandenen Angebotslandschaft zu erarbeiten.

Der Kreis Kleve ist Modell-Kreis dieses Vorhabens. Wir freuen uns, wenn möglichst viele Mitarbeitende aus dem nördlichen Kreis Kleve am 12. Oktober und aus dem südlichen Kreis Kleve am 13. Oktober teilnehmen.

Die Schulungen finden in Kooperation mit den Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve statt.

Der Veranstaltungstag ist für alle Teilnehmenden kostenfrei (inklusive Verpflegung und Mittagessen).

Um Anmeldung bis zum 30. September 2026 per Mail an info@regenbogenfamilien.nrw wird gebeten.

Ihre Ansprechperson: Birgit Brockerhoff
Mail: info@regenbogenfamilien.nrw
Tel: 0155 65119287

NRW bekommt ein Antidiskriminierungsgesetz

Nordrhein-Westfalen hat ein Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) verabschiedet. Es wurde am 16. Juli 2026 vom Landtag angenommen und tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft. Was bedeutet dies für Regenbogenfamilien in NRW?

Das Gesetz schützt vor Benachteiligung durch Landesbehörden und andere Stellen, die öffentliche Aufgaben des Landes wahrnehmen – etwa Bildungseinrichtungen, Sicherheitsbehörden und Einrichtungen des Gesundheitswesens. Regenbogenfamilien werden nicht ausdrücklich genannt, sind aber unter anderem durch den Schutz der sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität, Elternschaft und familiären Fürsorgeverantwortung erfasst.

Was verbessert sich?

  • Zwei Mütter, zwei Väter sowie trans*, inter* und nicht-binäre Eltern dürfen in Landeseinrichtungen nicht schlechter behandelt werden als Familien mit heterosexuellen Eltern. 

  • Benachteiligungen wegen sexueller Orientierung, Geschlecht, geschlechtlicher Identität oder Elternschaft sind verboten.

  • Auch mehrdimensionale und indirekte Diskriminierung wird berücksichtigt – zum Beispiel, wenn Formulare Regenbogenfamilien nicht angemessen abbilden.

  • Eine Landesantidiskriminierungsstelle und eine unabhängige Ombudsstelle sollen Betroffene beraten und bei Konflikten unterstützen.

  • Je nach Einzelfall können Betroffene die Beseitigung der Benachteiligung, die Behebung ihrer Folgen sowie Schadensersatz oder Entschädigung verlangen.

Wo bestehen Lücken?

Das LADG gilt grundsätzlich nicht für kommunale Stellen. Damit sind wichtige Anlaufstellen wie Jugendämter, kommunale Familienberatungen, Teile der Kindertagesbetreuung und kommunale Verwaltungen vom unmittelbaren Schutz ausgenommen.

Auch familienrechtliche Ungleichheiten löst das Gesetz nicht. Es verändert weder das Abstammungs- und Adoptionsrecht noch die Regelungen zur Geburtsurkunde oder zur automatischen rechtlichen Elternschaft nicht gebärender Elternteile. Dafür ist vor allem der Bund zuständig.

Fazit

Das LADG stärkt den Schutz von Regenbogenfamilien gegenüber Landesstellen deutlich. Für einen umfassenden Schutz im Alltag braucht es jedoch auch die Einbeziehung kommunaler Stellen und weitere Reformen des Familienrechts auf Bundesebene.

Du willst mehr erfahren? Dann lies unseren Text zum Antidiskriminierungsgesetz und seine Bedeutung für queere Familien.

rbf-icon-laendlicher-raum

Regenbogenfamilien im ländlichen Raum

Familien sind so vielfältig wie unsere Gesellschaft – auch in ländlichen Räumen. Regenbogenfamilien gehören selbstverständlich dazu, sind jedoch insbesondere in ländlichen Räumen oft mit besonderen Herausforderungen konfrontiert: fehlende Sichtbarkeit, Unsicherheiten im Zugang zu Angeboten oder unzureichend vernetzte Unterstützungsstrukturen.

Genau hier setzten wir an!

rbf-icon-laendlicher-raum

Wir bringen zentrale Akteur*innen aus Kommunen an einen Tisch: familiennahe Dienste, Verwaltung, Beratungsstellen, freie Träger, Familienverbände und Regenbogenfamilien selbst.

In einem kompakten, praxisnahen Prozess begleiten wir dabei, bestehende Angebote weiterzuentwickeln oder neue Angebote zu initiieren und passgenaue Unterstützungsstrukturen aufzubauen.

Was bietet das Projekt der Kommune bzw. dem Kreis?

  • Fachliche Impulse und Sensibilisierung für die Lebensrealitäten von Regenbogenfamilien
  • Strukturierte Vernetzung relevanter Akteur*innen vor Ort
  • Konkrete Ansätze zur Weiterentwicklung bestehender Angebote
  • Stärkung der Handlungssicherheit Ihrer Fachkräfte
  • Sichtbare Positionierung als familienfreundliche, queersensible Kommune

So läuft die Teilnahme ab:

  • Gemeinsamer Auftakt und Analyse der lokalen Bedarfe
  • Praxisnahe Workshops und Austauschformate
  • Entwicklung konkreter Perspektiven für die Kommune/den Kreis
  • Abschluss mit klaren Ergebnissen und Perspektiven zur Verstetigung

Der Mehrwert für Kommunen und Kreise:

 Sie profitieren von fachlicher Begleitung und dem Austausch mit anderen Beteiligten – und schaffen gleichzeitig nachhaltige Verbesserungen für Familien vor Ort.

Gestalten Sie eine Kommune, in der alle Familien willkommen sind.

Interessiert?

Sie arbeiten und/oder leben in einem ländlichen Raum in NRW und möchten, dass Ihr Kreis/Ihre Kommune an unserem Angebot teilnimmt? Dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

Ihre Ansprechperson: Birgit Brockerhoff
Mail: info@regenbogenfamilien.nrw
Tel: 0155 65119287

 

Auftaktveranstaltungen im Kreis Kleve

Der Kreis Kleve ist Modell-Kreis dieses Vorhabens. Im Oktober 2026 finden im Kreis Kleve zwei Schulungstage in Kooperation mit den Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve statt.

Unsere Stellungnahme zum Familienbericht NRW

Unter dem Titel „Familien im Blick – Lebenslagen verstehen. Zukunft gestalten.“ hat die Landesregierung am 9. Juli 2026 einen Familienbericht veröffentlicht. Damit liegt erstmals seit 2015 wieder eine wissenschaftlich fundierte, an den Lebenslagen orientierte Bestandsaufnahme der Familien in Nordrhein-Westfalen vor.

Der Bericht legt einen Schwerpunkt auf die Vielfalt von Familien und nimmt damit auch queere Familien  in den Blick. Dies begrüßen wir als Fachstelle Regenbogenfamilien NRW sehr. 

Im Bericht werden zentrale Herausforderungen queerer Familien benannt und daraus Forderungen abgeleitet.

Im Vorfeld fand ein Familiendialog mit Regenbogenfamilien statt, der im Rahmen des von unserer Fachstelle anlässlich des IFED veranstalteten Familienfests im Mai 2025 in Münster durchgeführt wurde.

Zahlen und Daten: wichtige Hinweise, aber lückenhafte Erfassung

Die im Bericht ausgewerteten Daten des Mikrozensus 2024 zeigen:

  • In NRW leben rund 11.000 gleichgeschlechtliche Paare mit minderjährigen Kindern.
  • Das Gesamtspektrum von Regenbogenfamilien wird damit nicht abgebildet, da der Mikrozensus nur gleichgeschlechtliche Ehepaare und Lebensgemeinschaften mit Kindern im Haushalt erfasst.
  • Gleichgeschlechtliche Ehepaare leben häufiger mit minderjährigen Kindern zusammen (27 %) als unverheiratete gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften (13 %).

Diese Zahlen sind ein wichtiger Schritt zu mehr Sichtbarkeit – sie verdeutlichen jedoch zugleich, dass die Datenlage zu Regenbogenfamilien weiterhin lückenhaft ist.

Politische Reformen konsequent umsetzen

Der Familienbericht liefert eine wichtige Grundlage für politische Gestaltung. Aus Sicht unserer Landesfachstelle ergeben sich daraus klare Handlungsbedarfe:

  • Familienrecht reformieren: Gleichstellung queerer Familien und Berücksichtigung von Mehrelternschaft
  • Reform von Einträgen/Bezeichnungen in Geburtenregister und Geburtsurkunde für trans*, inter* und nicht-binäre Eltern
  • Finanzielle Gleichstellung bei Kinderwunschbehandlungen, Sensibilisierung im medizinischen Bereich inklusive queersensible Geburtshilfe
  • Verbindliche Aufklärung und Sensibilisierung in Schule und bei familiennahen Fachkräften
  • Flächendeckender Ausbau einer queersensiblen Beratungsstruktur

Die Landesfachstelle Regenbogenfamilien NRW macht sich für eine konsequente Umsetzung dieser Reformen stark.

Familienministerin Verena Schäffer zu Besuch in unserer Fachstelle

Am 17. Juli stand ein besonderer Termin in unserem Kalender: Ministerin Verena Schäffer besuchte die Landesfachstelle Regenbogenfamilien NRW in unserer Kölner Geschäftsstelle.

In diesem Gespräch stellten wir unsere Arbeit vor und sprachen über Herausforderungen, denen sich queere Familien in Nordrhein-Westfalen täglich stellen müssen. Gemeinsam mit der Ministerin diskutierten wir notwendige Schritte, um die Sichtbarkeit queerer Familien in all ihrer Diversität zu erhöhen, Diskriminierungen abzubauen und gleiche Rechte zu erreichen.

Dieser Besuch ist für uns ein wichtiges Signal: Unsere Anliegen werden auf höchster politischer Ebene ernst genommen. Queere Familien gehören zu unserer Gesellschaft und verdienen Sichtbarkeit und Anerkennung.

Schulung: Queere Familienvielfalt in der Kita

Kostenlose Online-Schulung am 9. Juli für Kita-Leitungen, pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten, Tageseltern.
Regenbogenfamilien sind schon lange Teil des Kita-Alltags. Aber sind Kitas tatsächlich auf queere Familienvielfalt eingestellt und werden Kinder aus Regenbogenfamilien ganz selbstverständlich mitgedacht?
Fühlst du als Fachkraft dich handlungssicher im Umgang mit Kindern aus Regenbogenfamilien und ihren Eltern und weißt, wie du auf die Bedürfnisse queerer Familien eingehen kannst?

Schulung: Queersensible (Familien)-Beratung

Kostenlose Online-Schulung am 11. Juni für Fachkräfte aus Erziehungs- und Beratungsstellen.
Neben dem Kennenlernen von grundlegenden Begrifflichkeiten rund um sexuelle und geschlechtliche (Familien-) Vielfalt, erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in die Lebenssituationen und besonderen Bedarfe von vielfältigen queeren Familien/Regenbogenfamilien.

Schulung: Queerfeindlichkeit im Schulalltag

Kostenlose Online-Schulung am 2.6. 16:30-18:30 Uhr für Lehrkräfte, Schulleitungen, Fachkräfte aus dem Ganztag und Schulpsycholog*innen.
Jede Schule spiegelt die Gesellschaft im Kleinen. Queerfeindlichkeit zeigt sich nicht nur im Fußballstadion oder in der Politik, sondern auch im Schulalltag: Im Klassenraum, auf dem Pausenhof und im Kollegium.