Die Fachstelle Regenbogenfamilien NRW

Mit der Fachstelle Regenbogenfamilien NRW hält das Queere Netzwerk seit August 2021 Angebote zur Vernetzung, Sichtbarmachung und zum Empowerment für Regenbogenfamilien in NRW bereit. Die Fachstelle unterstützt Selbsthilfe-Gruppen und – Anlaufstellen und begleitet die Gründung und Organisation neuer Gruppen – auch im ländlichen Raum.

Gefördert wird die Fachstelle vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) des Landes Nordrhein-Westfalen im Umfang einer 30 Stundenstelle.

Die Fachstelle ist beim Queeren Netzwerk NRW e.V. in Köln angesiedelt. Sie arbeitet eng zusammen mit einem Fachbeirat aus rubicon e.V., der Rosa Strippe und Vielfältig e.V..
Ihre Ansprechpartnerin ist Birgit Brockerhoff: brockerhoff@queeres-netzwerk.nrw.

Die Fachstelle unterstützt Regenbogenfamilien und familiennahe Institutionen

Um Regenbogenfamilien in ihrer Vielfältigkeit sichtbar zu machen und sie in ihren Bedarfen zu unterstützen, hält die Fachstelle verschiedene Angebote bereit. Die Fachstelle

  • unterstützt die Vernetzung der vorhandenen lokalen und regionalen Selbsthilfegruppen, -Initiativen und Beratungsstellen;
  • macht unterschiedliche Familienkonstellationen und Lebenslagen von Regenbogenfamilien sichtbar, beispielsweise durch Wissensvermittlung (u.a. in Form von Veranstaltungen und Publikationen);
  • trägt zur Qualität und Nachhaltigkeit vorhandener Selbsthilfe-Angebote bei, z.B. durch Beratung und durch die Zusammenarbeit mit Behörden und Fachkräften;
  • unterstützt neue Gruppen im Gründungsprozess;
  •  vertritt Bedarfe und Forderungen von Regenbogenfamilien in Nordrhein-Westfalen gegenüber politischen Entscheidungsträger*innen sowie weiteren Akteur*innen
  • bringt Fachwissen in Familienverbände, Beiräte und familiennahe Institutionen

Regenbogenfamilien in Nordrhein-Westfalen

Regenbogenfamilien sind ein Teil von Familienformen und -modellen in Nordrhein-Westfalen. Wie viele Regenbogenfamilien in NRW leben ist statistisch nicht erfasst. Erfahrungen aus Anlaufstellen für Familien und für Menschen aus der LSBTIQ*-Community zeigen, die Zahl der Regenbogenfamilien ist in den letzten zehn Jahren stark angestiegen.
An vielen Orten, vor allem in größere Städten, gibt es Anlaufstellen in Form von Gruppen- und Beratungsangeboten. In kleineren Orten und im ländlichen Raum fehlt es bisher an Anlaufstellen.

Diverser als du denkst

Regenbogenfamilien werden häufig noch mit zwei Mütter- oder Zwei-Väter-Familien assoziiert. Die Realität innerhalb der Regenbogenfamilien sieht wesentlich diverser aus: Neben Zwei-Mütter-Familien und Zwei-Väter-Familien leben Regenbogenfamilien in Mehrelternfamilien, in Modellen des Co-Parentings, in selbstgewählter Single-Elternschaft. Die Eltern sind cis, trans*, nicht-binär oder inter*. Sie leben getrennt und nach Trennung in neu entstehenden Patchworkfamilien. Sie haben Pflegekinder, Adoptivkinder oder leibliche Kinder. Eltern oder Kinder leben mit körperlichen oder psychischen Behinderungen oder Beeinträchtigungen. Die Eltern sind cis, trans*, nicht-binär oder inter*. Sie kommen aus der Stadt oder vom Land. Sie haben Migrationserfahrung und/oder unterschiedliche Nationalitäten.

Rechtlich nicht gleichgestellt

Regenbogenfamilien sind bisher rechtlich noch nicht völlig gleichgestellt, was sich bei Fragen wie Familiengründung, Adoptions- und Abstammungsrecht zeigt. Auch stoßen Regenbogenfamilien in der Mehrheitsgesellschaft sowie in familien- und kindernahen Institutionen zu häufig noch auf Unwissenheit und daraus folgender Überforderung.

Mehr Infos zur rechtlichen Situation von Regenbogenfamilien: